| SENS Besprechungen |
| Besprechungen |
1 |
2 |
3 |
4 |
| Konferenzen |
1 |
2 |
|
|
Extrazellulärer Müll, und wie man ihn los wird.
Extrazellulärer Müll ist etwas anderes als extrazelluläre
Kreuzreaktionsprodukte. Es steht für Aggregate von Zeug, das keinerlei Funktion hat
(auch keine biophysikalische). Solche Aggregate hätten idealerweise
abgebaut werden sollen, zeigten sich aber abbauresistent. Es gibt zwei
hauptsächliche Vertreter extrazellulären Mülls. Der eine ist der
nichtzelluläre, fettige Kern von atherosclerotischen Plaques, aber der
zählt eigentlich nicht. Es gibt nämlich Makrophagen, die ständig daherkommen
und Stückchen von diesen Kernen abknabbern. Das Problem ist nur, dass sie
sie nicht verdauen können, nachdem sie sie gefressen haben. Irgendwann
sterben sie dann und werden selbst zu einem Teil des Problems. Diese Sache könnte also
komplett unter Kontrolle gebracht werden, wenn wir die intrazelluläre
Verdauungsmaschinerie effektiver machen könnten, so wie ich es hier erkläre. Das
zweite grosse Problem des extrazellulären Mülls heisst Amyloid. Das
Amyloid bildet große kugelförmige Gebilde oder Plaques in den Gehirnen von
Alzheimers Patienten. Das gleiche passiert (langsamer) in jedermann's
Gehirn. Wir wissen eigentlich noch nicht genau, ob das Amyloid für den
Gedächnisverlust der Patienten verantwortlich ist, aber wir können
ziemlich sicher sein, dass diese Plaques nicht ausgesprochen gesund sind.
(Einige Forscher glauben allerdings, dass die individuellen
Proteinmoleküle eine gesunde Funktion haben, bevor sie zu Plaques
aggregieren.) Wir sind also auf der sicheren Seite, wenn wir die Dinger
loswerden. Das gleiche gilt für eine ganze Menge ähnlicher Aggregate, die
sich beim Altern und während altersbedingter Krankheiten in anderen
Geweben bilden. Das bekannteste ist das Inselzellamyloid beim Typ
II Diabetes.
Eine Strategie, um die Anhäufung von solchen Materialien
ins unbestimmte zu verschieben wird von Elan Pharmaceuticals entwickelt.
Es geht um eine Impfung, die das Immunsystem (Die Mikroglia, um genau zu sein)
stimulieren soll, das Material aufzunehmen. Einmal aufgenommen mag es sich dem
Abbau widersetzen. Wenn das überhaupt so ist, kann es mittels des Ansatzes
zum Abbau intrazellulärer Aggregate, der hier beschrieben ist,
trotzdem abgebaut werden. Die frühen klinischen Studien der Elan-Impfung
mussten wegen Nebenwirkungen verfrüht abgebrochen werden, aber ein
besserer Impfstoff ist in Arbeit.
Eine andere Strategie verwendet kleine Moleküle, um die
Plaques aufzulösen. Die Oberfläche eines Plaques kann scheinbar durch
kleine Peptide unterbrochen werden, die sich einen Weg in das Innere bahnen,
und dabei den Plaque destabiliseren, so dass ganze Proteinmoleküle von
seiner Oberfläche abgelöst werden. Diese kleinen Peptide nennt man
beta-breaker. Vorträge zu diesem Thema auf der IABG 10: Nitsch
|